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Der ersten Unschuld reines Glück ist ein protestantisches Kirchenlied von Karl Bernhard Garve. Melodie: Wittenberg (1535).

Text

Der ersten Unschuld reines Glück,
wohin bist du geschieden?
Du floh'st und kehrtest nicht zurück
mit Deinem süßen Frieden!
Dein Edensgarten blüht nicht mehr;
Verwelkt durch Sündenhauch ist er,
durch Menschenschuld verloren.

Ach! wider Gottes heil'gen Plan,
das Prüfungswort der Liebe.
Hebt sich in falschem Glückeswahn
die Macht betörter Triebe.
Vom Schlangenwort der Lust versucht,
vergällt der Mensch durch ihre Frucht
sein Glück, sein Herz, sein Leben.

Frei will Er sein, sein eigner Gott,
will tun, was Ihn gelüstet.
Bald, ach! mit Deutelei und Spott
zum bösen Schritt gerüstet.
Die Unschuld flieht, und inn're Schmach
folgt reuevoll der Sünde nach
und hascht nach Feigenblättern.

Wer kann mit schnödem Heuchelspiel
vor Gott die Blöße decken?
Wo bist du? ruft's im Abendkühl,
umsonst ist dein Verstecken.
Was tat´s du? ruft, Der alles sieht,
dem keine Nacht die Sünd' entzieht,
der allgerechte Richter.

Ach, neu verjüngt sich fort und fort
des ersten Falls Geschichte;
Das Herz, verführt durch Schlangenwort,
verfällt dem Schuldgerichte.
Vergebens wüsch' es gern sich rein,
der Kläger ruft: Die Schuld ist Dein!
Und horch! der Ew'ge richtet.

Heil! Heil! dass uns ein Held erschien,
ein Heiland allen Sündern.
Den Schlangenkopf zertrat Er kühn,
der Sünde Sieg zu hindern.
Im Glauben nehmt den Retter an!
Er führt euch seine Siegensbahn.
Auf, kämpft an seiner Seite!

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