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Der Herr, der uns berufen hat ist ein protestantisches Kirchenlied von Karl Bernhard Garve.

Text

Der Herr, der uns berufen hat,
bekannt durch Wunderwerke,
wird nimmer müde, nimmer matt,
und ist der Schwächsten Stärke.
Auf Ihn vertraun, heißt sicher baun,
und hilft auch Kindem siegen,
wo Helden unterliegen.

Vertraut auf Ihn, der helfen kann,
wo jede Aussicht schwindet!
Lehnt euch auf euern Herrn auch dann,
wenn ihr Ihn nicht ergründet!
Ist's um euch Nacht: Sein Auge wacht!
Er sprengt der Hölle Riegel;
doch niemand Iöst Sein Siegel.

O fürchtet nichts, und weichet nicht!
Er beut euch Seine Rechte.
Er führet euch bei Seinem Licht
durch alle Trübsalsnächte.
Im dürren Land Im heißen Sand
ruft Er den Wasserwellen;
aus Felsen rinnen Quellen.

Er fängt nicht heut zu herrschen an,
Er herrscht seit vielen Jahren:
Was Er an Abraham getan,
lässt Er noch uns erfahren.
Er, der die Welt In Angeln hält,
und seit Aeonen waltet,
ist heute nicht veraltet.

Sein Aug' ist stets auf uns gewandt,
Sein Ohr uns immer offen;
und stark ist Seine rechte Hand,
auf die wir sollen hoffen.
Er hilft mit Lust, Ihm wallt die Brust,
von süßem Segenstriebe;
Sein ganzes Herz ist Liebe.

Er schont, wie Keiner;
Er zerbricht kein Rohr, das Stürme knickten;
und glimmt ein Docht, Er löscht ihn nicht,
Er hilft dem Schwerbedrückten.
Kein krankes Herz klagt ihm den Schmerz,
kein Pilger seine Bürde,
dem nicht geholfen würde.

Er pflegt der Herde, wie ein Hirt,
mit Hut und fetter Weide;
was wund und was gebrechlich wird,
labt Er mit Trost und Freude.
Er hebt und trägt, verbindet pflegt,
bringt wieder die Verirrten.
Wohl uns des guten Hirten!

Wohl uns, schon hier im Glauben fest
an diesem Herrn zu hangen!
Die Gnade, die uns nie verlässt,
wird einst uns ganz umfangen;
und jedes Leid der Prüfungszeit,
und jede Trän' auf Erden
wird Himmelswonne werden.

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